Sonntag, 5. Dezember 2010

Is it OK to laugh at Ibsen?

Source: http://www.guardian.co.uk/culture/theatreblog/2010/oct/25/ibsen-laughing-funny-seriously

We have tended to treat the Norwegian master's plays as solemn dramas, but have we been taking him too seriously?

A handful of times during Alan Rickman's performance as John Gabriel Borkman, the audience at Dublin's Abbey theatre lets out a laugh. Sometimes it is because of references to dubious banking practices, which seem to us newly topical, but the rest of the time it is because of Borkman's casual misogyny. In the translation by Frank McGuinness, his lines include: "If there are good women, we don't know them," and: "I suppose it's reasonable to see things as you do. You are a woman."

I've seen this kind of reaction to Ibsen plays before and I'm never very certain about it. If the audience regards Borkman's opinions as funny, can it also take him seriously as a tragic hero, even a flawed one? Society has changed so much in the past century that it is hard to imagine a man conceiving these ideas, still less expressing them in public. By contrast, Ibsen's own audiences, a decade or two before the suffragettes, must have included those who believed "one woman is no better than another". For them, Borkman would have been less a reactionary oaf than a man genuinely caught out by society's shifting values.

It is still possible to express this today. In the fine production of Ibsen's A Doll's House just opened at Dundee Rep, Neil McKinven plays Torvald Helmer with great compassion. He is a genial, likeable sort, whose only flaw is a preoccupation with work. It means that when he expresses his patrician values, principally the idea that his wife Nora is nothing more than an extension of himself, we find them disturbing but also credible. We don't laugh because, even though we don't share his worldview, we can understand it.

But have I got it wrong? The other evening, I made a similar point to Jeremy Raison, outgoing director of Glasgow's Citizens theatre, and he suggested Ibsen planted the laughs deliberately. In my review of Raison's production of Ibsen's Ghosts, I wrote that Pastor Manders's "homilies about marital fidelity" produced "derisory laughter", a response the director believes the playwright intended. In Norway, he said, they stage Ibsen more as domestic comedy than the weighty drama we assume here.

In her review of Ibsen's The Lady from the Sea in Manchester this week, Lyn Gardner refers to the play's "sly humour" and it is certainly true that director Lee Breuer managed to express Ibsen's radicalism while having a great deal of fun in Mabou Mines DollHouse, a production with an Amazon Nora and a dwarf Torvald as well as lots of silly Scandinavian accents. It is hard to imagine that's what Ibsen had in mind, but he might have appreciated the lighter touch.

If he is taken too seriously, he would not be alone. Chekhov, for example, suffered particularly from our humour bypass when his plays arrived in Britain. The evidence of the first UK production of The Cherry Orchard in 1911 is that it was worthy but dull, much like the subsequent stagings of The Seagull and Uncle Vanya. It wasn't until a 1925 revival of The Cherry Orchard that the penny dropped. "Once we knew we were allowed to laugh, of course, everything fell into place and took on meaning," recalled the critic WA Darlington.

Even on our own turf, we can find ourselves getting overly po-faced. We tend to treat the tragedies of Shakespeare as though every second had to be laden with gloom. Acknowledging the comedy, however, can unleash waves of energy and build a poignant contrast to the seriousness. It is something that often happens in the democratic space of the Globe and it happened, for example, in Malachi Bogdanov's very funny 1998 production of Richard III which used a kindergarten setting both for comic effect and to make a point about the immature nature of the king's brutality.

So if I grumble about people laughing at Ibsen, am I being a pedant, like theatre's answer to Network Rail apologising for the wrong kind of humour in the stalls, or are some jokes better than others?

Montag, 22. November 2010

Entzauberte Wirklichkeit

Harry Potter - Der verfilmte erste Teil des letzten Bandes kürzt den Hokuspokus und schärft dieCharaktere

W as in "Harry Potter und der Stein der Weisen" 2000 noch als kindgerechtes,verspieltes Abenteuer begann, ist sieben Filme und zehn Jahre später zur veritablen Tragödie geworden: Der Sturz von Harrys Mentor Albus Dumbledore inden Tod, das dramatische Finale des sechsten Teils, taucht nun in der Verfilmung von Joanne K. Rowlings "Harry Potter und die Heiligtümer des Todes"zu Beginn als Erinnerungsbild wiederauf: Dumbledore, der für seinen Schüler Harry Potter und dessen Freunde Hermine Granger und Ron Weasley bis herein Garant dafür war, dass trotz aller Gefährdungen durch den bösartigen Lord Voldemort das Gute letztlich doch die Oberhand behalten muss, ist den dunklen Mächten zum Opfer gefallen. Er hinterlässt drei Jugendliche, die zwar wissen, welche Aufgabe sie erfüllen müssen, um Voldemort zu entmachten,die aber keine Ahnung haben, wie sie diese Aufgabe meistern sollen. Und die für ihren Widerstand gegen Voldemorts totalitäre Machtbestrebungen einenhohen Preis zahlen müssen. Der Film beginnt mit Familienszenen, die illustrieren, wie sehr die Normalität für die Freunde aus den Fugen geratenist: Harrys Verwandte ergreifen dieFlucht; Ron und seine Familie müssenjederzeit mit Attacken von VoldemortsAnhängern rechnen, und Hermine Granger belegt ihre Eltern mit einem "Obliviate"-Zauber, der ihr Gedächtnis manipuliert: Die Kamera zeigt, wie Hermines Abbild aus den Familienfotos in derWohnung der Grangers verschwindet,als hätten ihre Eltern nie eine Tochter gehabt.Für Zuschauer, die die Bücher vonJoanne K. Rowling nicht gelesen haben, mag dies - wie noch manche andere Facette der Verfilmung - kryptisch bleiben;die "Potter"-Fans, also die eigentliche Zielgruppe, werden jedoch den Schmerz der jungen Zauberin lebhaftnachvollziehen können, die sich dagerade selbst aus dem Leben und der Erinnerung ihrer Eltern auslöscht, damitdiese England verlassen, sich weit weg eine ganz neue Existenz aufbauen und somit sicher sind vor der Rache des dunklen Lords. Denn mit Voldemorts Rache muss Hermine rechnen: Sowohl sie als auch Ronwollen sich dem Terrorregime des dunklen Lords nicht beugen, sondern Harry dabei helfen, die einzige Missionzu erfüllen, durch die Voldemort besiegtwerden könnte: Sie wollen die Horkruxe finden und vernichten, verborgene magische Gegenstände, die Voldemort quasi unbesiegbar machen. Doch wo sind die Horkruxe versteckt, und wiekann man sie zerstören? Die Suche nacheiner Lösung gestaltet sich für die dreiTeenager bald als frustrierend zielloseOdyssee. Dabei sind ihnen die Schergen Voldemorts und des Zaubereiministeriums,das dieser unter seine Kontrollebringt, immer dicht auf den Fersen. Die Entscheidung, die Verfilmung desletzten Bandes der "Potter"-Romane aufzwei Filme zu dehnen, mag zunächstverdächtig nach dem Kalkül von Produzentenund Verleihern klingen, die eineeinträgliche Kuh noch nicht schlachten, sondern mehrfach melken wollen. Sie erweist sich aber als erzählerischer Glücksgriff, von dem auch das Publikumprofitiert: Während man bei der Verfilmung von "Harry Potter und derHalbblutprinz" gegen Ende fast den Eindruckhatte, dass den Machern die Zeit fortlief, weil der filmische Showdowndas dramatische Potenzial der Buchvorlage förmlich verschenkte, haben Drehbuchautor Steve Kloves und Regisseur David Yates diesmal genug Freiraum, um die Geschichte ohne Hektik zu entwickeln.Erfreulich ist, dass sie diesen Freiraum nicht nur nutzen, um noch mehr Actionund noch mehr Effekte-Gewitter auf die Zuschauer loszulassen, sondern vorallem, um die Figuren und die zwischenmenschliche Dynamik zwischenden Charakteren gebührend auszuloten. Das gilt für treffend umrissene Nebenfiguren- wie etwa den erstmals eingeführten, von Rhys Ifans verkörpertenZeitungsverleger Xenophilius Lovegood-, vor allem aber für die dreijugendlichen Hauptfiguren. So finden Kloves und Yates immer wiederruhige, aber intensive Szenen, umdeutlich zu machen, wie prekär und fragil das emotionale Gleichgewicht zwischenHarry, Hermine und Ron nichtnur durch die Strapazen während ihrer Suchwanderung wird, sondern auch dadurch, dass sich mit dem Erwachsenwerden komplizierte Gefühle, positive wie negative, in die Beziehung des Triosgemischt und aufgestaut haben, die nun ausgerechnet in der Zeit höchster Notdie Stabilität der Freundschaft gefährden. Dass diesmal die Zaubererschule Hogwartsals Handlungsrahmen wegfällt und die Freunde stattdessen einer Reiseausgesetzt werden, bringt insofern nicht nur eine räumliche, sondern auch eine emotionale Dynamik mit sich. Gleichzeitigrückt das Fantasy-Abenteuernäher an die wirkliche Welt: durch die stärkere Einbeziehung "nichtmagischer" Schauplätze, vor allem aber dadurch, dass mit Voldemorts Macht übernahme das "Böse" nicht mehr nur als etwas Magisch-Numinoses erscheint, sondern sich ganz konkret als totalitäres System manifestiert. Natürlich gibt es auch nochdie spektakulären Spannungssequenzen, in denen Harry, Ron und Hermine sichmit gezückten Zauberstäben gegen Flücheund Monster zur Wehr setzen müssen. Die jungen Helden müssen sich überdies mit dem gar nicht so übersinnlichen Schreckbild eines totalitären Machtapparats auseinandersetzen, der sich die Unterdrückung als minderwertig gebrandmarkter Menschen - aller, dienicht "reinblütige" Zauberer sind - auf die Fahnen geschrieben hat. Der Humor, den frühere "Potter"-Teile entfalteten und der oft mit der Lust am magischen Inventar der Zauberer-Welt verbunden war, bleibt angesichts dieser Entwicklungen konsequenterweise weitgehen dauf der Strecke, flackert nur kurz auf, und dann oft als Galgenhumor.Dafür bekommen selbst Figuren wie die Hauselfen mehr "menschliches" Format (was sich auch in der erhöhten Sorgfaltniederschlägt, mit der ihre Mimik animiertwurde). Der ergreifende Tod eines Elfen, ein Romanhöhepunkt, setzt dennauch dramaturgisch stimmig die Zäsur, mit der der erste Teil des "Potter"-Finale sendet. Bleibt zu hoffen, dass diese filmische Herangehensweise auch im zweiten Teil konsequent fortgeführt wird. Teil einsder "Heiligtümer des Todes" ist mit dieser Rezeptur jedenfalls zum bisher stärksten Teil der "Harry Potter"-Filmreihe geworden.

Source: Rheinischer Merkur, 18.11. 2010

Set Talk - Alan Rickman (2006)

SET TALK

Autor(en): CHRISTIAN AUST

"Ich war ein echter Spätzünder und gehörte eher zu den Uncoolen"

ALAN RICKMAN über seine künstlerischen Ambitionen, das London der wilden Sixties und den langen Weg zur Schauspielerei

Warum haben Sie Kunst studiert?
In jungen Jahren schien mir Schauspieler kein ernsthafter Beruf zu sein. Ich wäre damals einfach noch nicht reif dafür gewesen. Außerdem musste ich erst einmal herausfinden, wer ich wirklich bin. Ich war eben ein echter Spätzünder.

Auf der Kunsthochschule im London der Sechziger muss es wild zugegangen sein.
Und ob! Aber nach den ersten beiden Semestern habe ich grafisches Design studiert. Das war der eher solide Teil der Veranstaltung, während meine Mitschüler aus dem Malerei-Seminar beschlossen, künftig nur noch unter Einfluss von LSD zu malen.Das galt als unglaublich cool. Ich hingegen gehörte da wohl eher zu den Uncoolen.

Malen Sie noch immer?
Ja, und ich träume davon, eines Tages in meinem Haus eine große Gemäldegalerie zu eröffnen.

Source: Gala, 02.11.2006 Nr: 45

Alan Rickman - Interview (2006)

Parfüm? Das ist nichts für mich!


Alan Rickman über Düfte, Orgien und große Talente

Autor(en): Christian Renz


Welches Parfüm benutzen Sie selbst?

Gar keines. Herrendüfte sind nichts für mich.


Aber Sie verschenken doch sicher mal einen Duft?

Früher mal. An meine Freundin. Ich habe aber festgestellt, dass man als Mann keinen Duft für eine Frau kaufen sollte. Der Geruch verändert sich. Was im Laden toll war, roch bei ihr nicht mehr so gut. Ich kaufe nur noch, was mir befohlen wird.


Puh, der Mann kann so richtig böse sein. Natürlich nur im Film. Wer Alan Rickman (60) trifft, der lernt einen A zuvorkommenden, humorvollen Menschen kennen. Einen, der Berühmtheit als lästige Nebenerscheinung betrachtet. Dabei kennt ihn (fast) jeder Kinogänger, entweder als Terrorist im ersten "Stirb langsam"-Film oder als Severus Snape aus "Harry Potter" Jetzt veredelt Rickman die Leinwand-Adaption von "Das Parfum".


Warum mögen Sie Parfüms nicht?
... bei Frauen schon. Nur auf meiner Haut mag ich es nicht (saugt theatralisch seinen eigenen Geruch in die Nase).


Was ist der betörendste Duft, den Sie jemals gerochen haben?
Ich werde Ihnen jetzt nicht die Antwort geben, die Sie hören wollen (lacht kauzig). Der schönste Duft ist sicher der eines Babys, das gerade gewaschen wurde. Dieser reine Duft der Haut.


Das zentrale Thema von "Das Parfum" ist ein perfekter Geruchssinn. Welches Talent wurden Sie gern besitzen?
Klavier spielen. Meine Mutter hat Klavier gespielt. Ich fand das ganz wunderbar. Sie musste aber irgendwann aufhören. Sie war allein erziehend, musste sich darum sorgen, dass wir was zu Essen bekamen.


Warum lernen Sie es nicht selbst?
Ich bin sicher, es wird eine Zeit kommen, da uns allen ein Chip eingepflanzt wird. Per Knopfdruck können wir dann Klavier spielen.


...und bis dahin?
Mir fehlt die Zeit. Da bleibt nur das Genießen. In der Wohnung über uns wohnt eine Konzert-Pianistin. Wenn sie übt, setzen wir uns mit einem Glas Rotwein auf den Balkon und hören zu. Das ist fantastisch.


Fantastisch - gutes Stichwort. Bei "Das Parfum gibt es eine Orgienszene...
Es war großartig. Also, ich hätte nie gedacht, dass ich jemals in meinem Leben durch eine Menge aus 850 nackten, sich liebenden Leibern gehen würde.


War nicht die Gefahr groß, ins Pornografische abzugleiten?
Ich bin sehr stolz, dass die Szene eben nicht sexistisch geworden ist. Obwohl alle übereinanderlagen und sich aneinander rieben.


Glauben Sie, dass "Das Parfum" ein Hit wird?

Da bin ich ganz sicher.


In den Harry-Potter-Filmen spielen Sie Severus Snape. Hat diese Erfolgs-Rolle Ihr Leben verändert?
Jede Rolle verändert einen Schauspieler ein kleines bisschen. Die größte Veränderung in meinem Leben war, dass ich überhaupt einen Film gemacht habe. Ich spielte den Bösewicht im ersten "Stirb Langsam"-Film und hatte plötzlich eine Film-Karriere. Ich ging als normaler Zuschauer ins Premieren-Kino und kam als Star heraus, dem der Weg durch die Masse gebahnt werden musste.

Source: Kölner Express Samstag, 09.09.2006

Sonntag, 21. November 2010

Harry Potter - Darsteller auf der Bühne - Fiona Shaw

Ich konnte Fiona Shaw & Alan Rickman in Dublin auf der Bühne sehen. Und nach einer Vorstellung habe ich mich sogar getraut nach einem Autogramm zu fragen. So steht ihr Name jetzt in den Programm bzw. Skript des Stückes.
Hier Bilder in beiden Rollen.


Samstag, 20. November 2010

Harry Potter - Darsteller auf der Bühne - David Bradley




Ich habe David Bradley in "No Man's Land" (2008) und "Endgane" (2010) gesehen. Erst bei "Endgame" habe ich dann die Verbindung zu Harry Potter gesehen. Na toll, kann man da denken, oder ?
Hier mal Bilder.




Harry Potter - Darsteller auf der Bühne - Michael Gambon

Michael Gambon habe ich 2008 in Harold Pinter's "No Mans Land" gesehen. Es war die erste Aufführung nach Pinters Tod am 24. 12. 2008.






Albus Dumbeldore (2004-2011)